Erstellt am 24.03.2026, 10:23
Ab 2026 wird es für LKW-Fahrer auf deutschen Autobahnen ungemütlich: Ein neues, vollautomatisches Wiegesystem erkennt Überladungen direkt im fließenden Verkehr. Wer zu schwer ist, wird per LED-Anzeige direkt zur Kontrolle beordert.
Das System nennt sich "Weigh-In-Motion" (WIM). Dabei werden piezoelektrische Wiegebalken flächenbündig in den Asphalt der Autobahn integriert. Fährt ein Lastwagen darüber, messen die Sensoren den Druck und berechnen in Millisekunden das Gesamtgewicht sowie die Achslasten.
Erkennt das System eine Überladung, wird das Kennzeichen des Fahrzeugs einige hundert Meter später auf einer großen LED-Tafel angezeigt – zusammen mit der Aufforderung, den nächsten Rastplatz zur manuellen Nachwiege-Station des BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) anzufahren.
Die Bußgelder richten sich nach dem Prozentsatz der Überschreitung. Besonders teuer wird es, wenn die Sicherheit gefährdet ist. Hier ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen:
| Überladung | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| mehr als 5 % | 80 € | 1 |
| mehr als 10 % | 110 € | 1 |
| mehr als 20 % | 190 € | 1 |
| mehr als 30 % | 425 € | 1 |
Die Pilotanlage wird derzeit in Nordrhein-Westfalen auf der A4 zwischen Aachen und Köln (kurz vor dem Rastplatz Rur-Scholle-Süd) errichtet. Ziel ist es, pro Tag etwa 500 Fahrzeuge vollautomatisch zu prüfen. Bis 2028 soll das Netzwerk auf bundesweit 16 Standorte ausgebaut werden, um Deutschlands marode Brücken vor der extremen Belastung durch zu schwere LKW zu schützen.
Genau hier liegt die Chance für einen Einspruch. Forschungsprojekte wie "LiBra" vom Fraunhofer LBF zeigen, dass Messungen während der Fahrt durch viele Faktoren beeinflusst werden können:
Aktuell dient das System primär der Vorselektion. Die gerichtsfeste Verwiegung findet noch auf geeichten Waagen am Rastplatz statt. Dennoch: Sollte die Vorselektion bereits fehlerhaft sein, kann dies die gesamte Rechtmäßigkeit der Kontrolle infrage stellen.
Egal ob Überladung, Lenkzeiten oder Geschwindigkeit: Wir prüfen kostenlos, ob Ihr Bescheid rechtlich haltbar ist oder ob Messfehler das Verfahren stoppen können.
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