Blitzermarathon 2026: Termine, Fakten und der Roadpol-Jahresplan

Erstellt am 30.01.2026, 09:31

Zweimal im Jahr wird es für Autofahrer in ganz Europa besonders ernst: Das Polizeinetzwerk Roadpol hat die Termine für die Speedweeks 2026 im April und August bestätigt. Doch wer denkt, es geht nur um Tempo, der irrt. Wir zeigen Ihnen, warum der 15. April nur die Spitze des Eisbergs ist und welche Kontrollen 2026 noch auf Sie zukommen.

Polizei baut eine Radarfalle für den Blitzermarathon auf.
Die Speedweek im April fällt 2026 genau in die verkehrsreiche Osterzeit.

Termin-Fokus: April 2026

Die erste große Welle rollt nach den Osterferien auf uns zu:

  • Speedweek: 13. April bis 19. April 2026.
  • Blitzermarathon (24h): Mittwoch, 15. April 2026.
  • Schwerpunkte: Autobahnen, Schulen, Wohngebiete & Baustellen.

Welche Bundesländer nehmen am Blitzermarathon teil?

In Deutschland ist die Teilnahme freiwillig. Während die meisten Bundesländer die gesamte Speedweek für verstärkte Kontrollen nutzen, konzentrieren sich einige ausschließlich auf den Haupttag am 15. April. Hier ist die aktuelle Übersicht für die Frühjahrs-Aktion:

Bundesland Zeitraum & Besonderheiten
Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg Schwerpunkt-Blitzermarathon am 15. April.
Berlin, Bremen, Hamburg Ganze Speedweek (13.–19. April).
Hessen, Rheinland-Pfalz Speedweek inklusive Haupttag am 15. April.
Mecklenburg-Vorpommern Speedweek + Haupttag (Kontrollen den gesamten April).
NRW, Niedersachsen, Schleswig-Holstein Speedweek (13.–19. April) ohne fixen Höhepunkttag.
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Vollständige Speedweek-Beteiligung.

Mehr als nur Tempo: Der Roadpol-Kalender 2026

Was viele nicht wissen: Der Blitzermarathon ist eingebettet in ein gigantisches Kontroll-Netzwerk. Wer 2026 punktefrei bleiben will, sollte nicht nur im April den Tacho im Blick haben. Hier ist der Fahrplan der Polizei für das gesamte Jahr:

Monat Schwerpunkt der Kontrollen
Feb / Mai / Nov LKW & Busse (Technik, Ruhezeiten, Beladung)
März Gurtpflicht & Kindersitze
Juni / Dez Alkohol & Drogen (Marathon am 19. Juni!)
Oktober Ablenkung (Handy am Steuer)

Kritik am Blitzermarathon: „Reine PR-Aktion?“

Nicht alle Bundesländer ziehen beim Blitzermarathon mit. Bundesländer wie Berlin oder das Saarland verzichteten in der Vergangenheit oft auf eine Teilnahme. Die Begründung: Der personelle Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum langfristigen Sicherheitsgewinn. Statt „punktueller Show-Effekte“ setzen diese Länder lieber auf unangekündigte, dauerhafte Kontrollen. Für Autofahrer bedeutet das: Auch in Nicht-Teilnehmer-Ländern ist man vor Blitzern nie sicher.

Warum Einsprüche im April besonders gute Chancen haben

Der Blitzermarathon bedeutet extremen Stress für die Behörden. Hunderte Messgeräte müssen in kürzester Zeit auf- und abgebaut werden. Dabei passieren klassische Fehler: Falsche Dokumentation im Messprotokoll, ungenaues Visieren bei mobilen Laserpistolen oder die Verwendung von Geräten, deren Eichfrist unter dem Zeitdruck der Aktionswoche übersehen wurde. Wer während der Speedweek geblitzt wird, sollte das Ergebnis niemals ungeprüft akzeptieren.

FAQs zum Blitzermarathon & der Speedweek 2026

Die zweite Speedweek des Jahres ist für den Zeitraum vom 3. bis 9. August 2026 angesetzt. Im Gegensatz zur April-Aktion gibt es im Sommer meist keinen bundesweiten 24-Stunden-Schwerpunkttag, die Kontrollen sind jedoch über die gesamte Woche intensiviert.

Die Polizei konzentriert sich auf unfallträchtige Strecken sowie besonders schutzbedürftige Zonen. Dazu zählen Schulen, Kindergärten, Baustellen und Altenheime. Viele Bundesländer veröffentlichen vorab eine Liste der Messstellen auf den Webseiten der lokalen Polizeibehörden, um den präventiven Charakter der Aktion zu betonen.

Die kritische Grenze liegt bei 21 km/h Überschreitung (nach Abzug der Toleranz). Ab diesem Wert wird der Verstoß im Fahreignungsregister mit einem Punkt sanktioniert – sowohl innerorts als auch außerorts. Ein Fahrverbot droht in der Regel ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts (für Ersttäter).

Nein. Im Rahmen der Roadpol-Kampagnen achtet die Polizei verstärkt auf weitere Sicherheitsrisiken. Dazu gehören insbesondere die Handynutzung am Steuer (100 € Bußgeld + 1 Punkt), Verstöße gegen die Gurtpflicht sowie die Missachtung von Sicherheitsabständen. Auch Kontrollen auf Alkohol und Drogen sind Teil des erweiterten Jahresplans.

Statistisch gesehen sind Massen-Kontrollen unter Zeitdruck anfälliger für Formfehler. Da mobile Geräte häufig den Standort wechseln, schleichen sich oft Ungenauigkeiten beim Aufstellwinkel oder bei der Kalibrierung ein. Eine Prüfung des Messprotokolls durch einen Experten ist daher besonders bei drohenden Punkten oder Fahrverboten ratsam.

In Rheinland-Pfalz ist die Überwachung mit der Monocams bereits in den Regelbetrieb gestartet. Diese Systeme erkennen automatisch, ob ein Fahrer ein Smartphone in der Hand hält. Da Roadpol für 2026 einen Schwerpunkt auf "Ablenkung am Steuer" gelegt hat, ist mit einer erhöhten Präsenz dieser Überwachungstechnik zu rechnen.

Quellen & weiterführende Infos:

Bußgeldkatalog 2026 – Aktuelle Strafen & Bußgelder

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